Football Weekends – Heft 34 / Juni 2018

Die Sprache lässt zu wünschen übrig, das Layout ist nicht wirklich berauschend, der Informationsgehalt von Football Weekends ist aber sehr hoch. Wer selber für Fussballspiele unterwegs ist, dürfte Gefallen finden. Vor allem, wer nach Russland zur WM reist.

footballweekend34-coverGemäss Eigenbeschreibung ist Football Weekends das erste Magazin, das nur dem europäischen und britischen Fussballtourismus gewidmet ist. Dieses Versprechen löst das Heft auch ein. Im aktuellen Heft liegt der Schwerpunkt natürlich auf Russland. 48 Seiten sind dem Turnier gewidmet. Die Macher sind vor einiger Zeit eigens nach Russland gereist, um einzelne Orte und Stadien genauer vorzustellen. Natürlich fokussiert das englische Magazin dabei auf jene Orte, an denen England spielen wird.

Wer im Sinn hat, nach Russland zu reisen, dem dürfte dieses Magazin tatsächlich viele wertvolle Tipps geben. Wie man am besten vom Flughafen in die Stadt kommt, wie man mit dem Zug reisen kann, wo welche Sehenswürdigkeiten lohnend sind (inklusive Öffnungszeiten) und natürlich auch, wo sich Pubs finden lassen – das alles findet Platz im Heft, inklusive Städtekarten. Dazu gesellen sich weitere praktische Tipps wie zum Beispiel Hinweise, wie man an lokales Geld kommt.

Nicht nur Russland

Wer nicht im Sinn hat, nach Russland zu fahren, für den dürften die restlichen Seiten des Magazins wichtiger sein. Auch diese bieten einige interessante Geschichten. David Garrido berichtet aus Sevilla – inklusive Interview mit Betis-Verteidiger Jordi Amat –, Patrick Strode war in Bremen zu Gast, Mark Salkeld in Napoli und Robert Walsh bei Rayo Vallecano, dem dritten Madrider Team. Trotz des Fokus auf Europa ist auch ein Bericht über Houston Dynamo im Heft zu finden.

Die Artikel sind zum grössten Teil als Reiseberichte abgefasst. Das ist praktisch für diejenigen, die vielleicht auch mal in einen der beschriebenen Orte reisen wollen. Leider erinnert die Sprache aber eher an Tagebucheinträge. Warum man dem Leser sagen muss, dass man den Weg zum Hostel ohne Probleme hinter sich gebracht hat, erschliesst sich nicht. Das grössere Problem ist aber sowieso, dass sich die Schreibenden an jedem Ort in die Heimkurve zu stellen scheinen. Ob in Bremen oder Napoli. Es würden wohl viele zustimmen, dass die Heimkurven für Fans da sind, die ihr Team anfeuern wollen, nicht für Fussballtouristen.

Die kleinen Freuden des Fussballs

Am besten ist das Magazin da, wo es sich auf die kleinen Freuden des Fussballs einlässt. So zum Beispiel in John Welshs Artikel zum Besuch in Carlisle. Welsh beschreibt schön, wie die Zuschauer sich mit Zwischenrufen ins Spiel einbringen können und für die grössere Erheiterung als das Spiel selbst sorgen. Ähnliches gelingt Strode in der Einleitung zu seinem Bremen-Artikel, in der er auf die Schönheit von Flutlichtmasten zu sprechen kommt. Nicht fehlen in dieser Aufzählung darf natürlich Duncan Adams Besuch bei Kidderminster. Sein Artikel ist eine eigentliche Hommage an die vielleicht besten Pies in einem Fussballstadion.

Das Fazit fällt also etwas durchwachsen aus. Dazu trägt vor allem die Sprache bei. Auch der Titel der Ausgabe, «From Russia with love», zeugt nicht gerade von sprachlicher Gewandtheit. Zudem ist auch die Redaktion der Artikel nicht wirklich gelungen. Zu viele Fehler schleichen sich ins Magazin. Der Informationsgehalt ist allerdings sehr hoch. Wer also selber gerne für Fussballspiele durch Europa reist, der kann durchaus einen Blick ins Magazin werfen. Optisch sollte er dabei aber auch nicht allzu viel erwarten. Das Layout orientiert sich eher an Bravo Sport als an Zwölf, ballesterer und Co.

Titel: Football Weekends
Untertitel: The ultimate guide for travelling supporters
Ausgabe: Heft 34 (Juni 2018)
Typ: Magazin ohne Vereinsbindung
Preis: £4.99
Seiten: 92
Erscheinungsrhythmus: 10x/Jahr
Infos: https://www.footballweekends.co.uk/
Empfehlenswert für: Alle, die selber gerne für Fussballspiele durch Europa reisen.
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